Wahlnachlese und Europawahlplanung

27. März 2014

SPD Mellrichstadt nun drei Mandatsträger – Politik weiter vernetzen

In einer erweiterten Vorstandssitzung resümierten die Mellrichstädter Sozialdemokraten die vergangenen Kommunalwahlen. Dabei zeigten sich die Genossinnen und Genossen zufrieden, mit dem Ortsvorsitzenden Matthias Kihn wieder einen Vertreter im Kreistag zu stellen.

„Selbstverständlich werde ich das Amt gewissenhaft ausführen. Ich hoffe auf die Genehmigung meines Versetzungsantrages aus Oberbayern und hätte auch Möglichkeiten, die Tätigkeit als Kreisrat mit meiner Dienststelle in München in Einklang zu bringen“, versicherte der Lehrer, der Verständnis zeigte, dass wohl viele Wähler durch die weit entfernte Arbeitsstelle verunsichert waren. Mit Karoline Karg und Wolfgang Stahl habe man Kontinuität innerhalb der Stadtratsfraktion, die zuverlässig für Mellrichstadt arbeite. Mit Kurt Leeb, Ortssprecher von Roßrieth und ersten Nachrücker der SPD, strebe man wieder eine enge Zusammenarbeit an.

Dass es nicht für einen dritten SPD-Stadtrat gereicht habe, enttäuschte einerseits. Andererseits waren mit Walter Graumann, der nicht mehr antrat, und Matthias Kihn, der unter der Woche nicht vor Ort sein konnte, die beiden SPD-Stimmenkönige der letzten Wahl zu kompensieren. „Wir haben die Bestätigung für unsere Arbeit erhalten und werden nun umso deutlicher zeigen, warum eine starke sozialdemokratische Stimme im Stadtrat vonnöten ist“, so Stadträtin Karoline Karg. „In den vergangenen sechs Jahren hat die SPD als 2-Personen-Fraktion gut gearbeitet – wir setzen auf das von Bürgermeister Streit oft angesprochene gute Miteinander im Stadtrat, dass wir auch in Zukunft eine Fraktion bilden können“, ergänzt Stadtrat Wolfgang Stahl. Hiervon ungeachtet wollen die Sozialdemokraten auch mit dem neuen Stadtrat der Grünen Kontakt aufnehmen, mit dem im Zuge der Landratswahl bereits eine enge Zusammenarbeit stattgefunden hatte.

Das Ergebnis der Landratswahl wertete SPD-Kreischef René van Eckert positiv. Im Bereich der SPD Mellrichstadt lag der Anteil des gemeinsamen rot-grünen Kandidaten durchwegs über dem Landkreis-Ergebnis. In Mellrichstadt (44,6%) und Oberstreu (46,7%) kam Thorsten Raschert nahe an die Mehrheit, in Stockheim (52%) lag der künftige SPD-Kreisrat Raschert sogar vor dem Amtsinhaber. Thorsten Raschert konnte den überwiegenden Teil der Mellrichstädter, die 2008 dem Amtsinhaber die Stimme verweigert hatten, nun auf seine Seite ziehen. Die Skepsis ist nach wie vor enorm, ob der Landrat sich tatsächlich im gewünschten Maß für unsere Heimatstadt einsetzt“, erkennt van Eckert, der als zweiter Nachrücker Chancen hat, im Laufe der Legislatur noch Kreisrat zu werden. Ein herzliches Dankeschön schickte der SPD-Ortsverein Mellrichstadt an die Bevölkerung von Stockheim, die mit ihrem Ergebnis zu einem roten Klecks auf der Ergebniskarte sorgte.

Auch die Wahlen zum Europäischen Parlament (EP) am 25. Mai waren ein Thema der Vorstandssitzung der SPD Mellrichstadt. Mit Martin Schulz, dem Präsidenten des EP, haben die Sozialdemokraten einen ausgewiesenen Europaexperten zum europäischen Spitzenkandidaten gekürt. Dass Schulz ursprünglich aus der Kommunalpolitik komme – er war Bürgermeister von Würselen (NRW) –, bewerteten die Mellrichstädter als hervorragende Grundlage. Die SPD und Schulz werden dazu beitragen, dass das Friedensprojekt Europa weitergeführt werde. Dies sei gerade vor dem Hintergrund der Krim-Krise von größter Bedeutung, so Matthias Kihn abschließend. Für die SPD tritt aus Unterfranken wieder die amtierende EP-Abgeordnete Kerstin Westphal an.

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