Kein Platz blieb frei bei „Pizza und Politik“, als der SPD-Ortsverein Mellrichstadt zum Polit-Talk in lockerer Atmosphäre mit der hiesigen SPD-Abgeordneten im Bundestag, Sabine Dittmar aus Maßbach, einlud. Matthias Kihn, SPD-Stadtrat aus Mellrichstadt, begrüßte im Namen des Ortsvereins stellvertretend für den Vorsitzenden Wolfgang Stahl und startete den Abend mit einer Hand voll kurzweiligen Fragen mit möglichst knappen Antworten von Sabine Dittmar. So erfuhren die Anwesenden beispielsweise, dass die Allgemeinmedizinerin in ihrer Jugend eigentlich ein Physik-Studium angestrebt hatte, jedoch der (fehlende) Kontakt mit Menschen sie dann nach dem Abitur auf dem zweiten Bildungsweg ein Medizinstudium hat aufnehmen lassen.
In ihrem anschließenden Rückblick auf die Legislaturperiode und insbesondere das Aus der Ampel-Koalition machte die Parlamentarische Staatssekretärin deutlich, wie viel die Regierung unter Olaf Scholz – trotz aller Streitigkeiten und häufig zähen Verhandlungen – in den vergangenen Jahren erreicht hatte. Sie zählte unter anderem Reformen im sozialen Bereich, zum Wohngeld und zur BaFöG-Reform, aber auch die Erhöhung des Mindestlohns und die Bewältigung der Energiekrise zu den Erfolgen: „Wir haben uns in kürzester Zeit vom russischen Gas unabhängig gemacht und die Erneuerbaren massiv ausgebaut“, zeigte sich Sabine Dittmar zufrieden.
Einen großen Teil der Diskussion nahm auch politische Handlungsfeld der Gesundheitspolitikerin ein. Nachfragen aus Reihen der Zuhörenden zeigten, dass die Themenbereiche Gesundheit und Pflege die Menschen maßgeblich beschäftigen, die aktuellen Gegebenheiten sowohl in der Versorgung durch die Hausärzte als auch im Facharzt-Bereich weder die Patienten noch die Politik zufriedenstellen können. Die SPD-Politikerin strebt eine Termingarantie bei Hausärzten an und möchte die Abfrage bei der Terminvergabe, ob es sich um privat oder gesetzlich Versicherte handelt, abschaffen. „Auch die zeitnahe Versorgung von Kassenpatienten lohnt sich für die Ärztinnen und Ärzte, spätenstens seit wir hier vor zwei Jahren Änderungen bei den Budgets vorgenommen haben“, wunderte sich Sabine Dittmar über Berichte zu weiterhin extremen Wartezeiten, teils sogar bei akuten Fällen. „Schicken Sie mir die Unterlagen“, bot Sabine Dittmar daher mehrfach am Abend an, um sich den konkreten Schwierigkeiten annehmen zu können.
Zum Abschluss bekräftigte René van Eckert, SPD-Kreisvorsitzender, einmal mehr die Mahnung an die politischen Mitbewerber, die Brandmauer nach Rechts nicht aufzuweichen. Er dankte Sabine Dittmar, die anders als die Mitbewerber von CSU und FDP in Unterfranken sich nicht zum Steigbügelhalter der in Teilen rechtsextremen AfD im Bundestag gemacht hatte. „Die demokratischen Kräfte müssen zusammenhalten, das muss auch den Parteien auf der konservativen Seite wieder bewusst werden“, so sein abschließender Appell.